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Klebstoffe
 
Neben den klassischen Anwendungen des Modell- und Formenbaus werden Kunststoffe oder Kunststoffsysteme noch für etliche andere Anwendungen eingesetzt. Ein wichtiger Bereich ist hier sicher das Verkleben. Dass dieser Markt nicht zu unterschätzen ist, zeigt sich auch daran, dass z.B. die Firma Henkel hier einen Großteil ihrer Aktivitäten gebündelt hat. Unterscheiden muss man die verschiedenen Klebstoffe zunächst einmal in Einkomponenten- Klebstoffe und solche, die aus zwei Komponenten bestehen.
 
Einkomponenten Klebstoffe können entweder einen dauerhaft klebrigen Film bilden (sogen. PSA-Kleber =
Pressure Sensitive Adhesive). Solche Kleber können wiederum auf Lösemitteln oder auch auf Wasser basieren. Anspruchsvolle Systeme bilden an Luftfeuchtigkeit oder durch Abdunsten von leichflüchtigen Komponenten (pH-Verschiebung) noch zusätzliche Vernetzungen (selbstvernetzend) aus und erhöhen dadurch die Klebkraft. Solche Klebungen sind nach Trennung wieder verklebbar. Andere Klebstoffe härten unter Abgabe leicht flüchtiger Komponenten aus und verbinden die zu klebenden Oberflächen durch ihre ausgeprägte Benetzung der Oberfläche. Solche Kleber sind oftmals nicht elastisch und haben nach Trennung keine Klebwirkung mehr. Eine dritte Gruppe sind wärmeaktivierbare Klebstoffe, die, wie der Name schon sagt, erst durch Zufuhr von Wärme ihre Klebwirkung erzielen. Verklebungen dieser Art können nach Trennung in der Regel wieder verklebt werden.
 
Zweikomponenten-Klebstoffe sind chemisch mit vielen gängigen Gießharzen oder Vergussmassen verwandt. Es gibt ebenso Polyurethan basierende 2K-Kleber wie auch Epoxid-Klebe,r und die Verarbeitungs- und Aushärtezeiten sind den Anwenderwünschen entsprechend angepasst. Die Reaktionsgeschwindigkeit und somit die Verarbeitungs- und Aushärtezeit ist temperaturabhängig und verkürzt sich mit steigender Temperatur. Beide Systeme härten durch eine Polyadditionsreaktion aus. Demzufolge sind die angegebenen Mischungsverhältnisse genau einzuhalten. Zu beachten ist, dass es auch 1-komponentige Polyurethanklebstoffe gibt. Die 1-Komponenten-PUR-Klebstoffe härten unter Zugabe von Luftfeuchtigkeit und/oder Wärme aus. Es besteht die Möglichkeit, beide Aushärte- mechanismen zu verbinden, so dass eine erste Handlingsfestigkeit durch die Luftfeuchtigkeitshärtung, die Endfestigkeit der Verklebung aber erst unter Wärmeinwirkung erfolgt.
 
Weit verbreitet sind auch Methyl-Methacrylat-Kleber (PMMA). Diese sind zweikomponentige Reaktionsklebstoffe, bei denen das eingesetzte Monomer - der Methylester der Methacrylsäure - durch radikalische Kettenreaktion polymerisiert wird. Zum Start der Polymerisationsreaktion wird ein reaktives Radikal benötigt, das meist aus einem Peroxid entsteht, wenn man diesem einen Beschleuniger zusetzt. Das heißt, letztendlich benötigt man nur für das Starten der Radikalreaktion das 2K-System, bei dem Peroxid und Beschleuniger zusammenkommen und die Startradikale bilden.
 
Eine relativ neue Gruppe der Klebstoffe sind die silanvernetzenden Polymerklebstoffe. Die Vernetzung entsteht wie bei 1-komponentigen Siliconen durch die Reaktion mit Luftfeuchtigkeit. Silanvernetzende Polymerklebstoffe sind meistens zähelastisch mit einer hohen Klebkraft. Mitunter werden sie auch Hybridklebstoffe genannt, weil Polymere und Silane ein Hybrid ergeben. Die Silan-Bausteine können durch chemische Reaktion mit benachbarten Polymermolekülen Brücken schlagen und sich so dreidimensional vernetzen. Bei der Vernetzung werden niedermolekulare Substanzen wie Methanol oder Ethanol freigesetzt.
1. Einführung
2. Kunststoffe und Chemie
3. Epoxidharze
4. Polyesterharze
5. Polyurethanharze
6. Silicone
7. Eigenschaften und Prüfung
8. Modellbauwerkstoffe
9. Rapid Prototyping
10. Klebstoffe
Allgemeines
Gefahrensymbole
Transportsymbole
R-Sätze
S-Sätze