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Modellbauwerkstoffe Der wohl älteste Modellbauwerkstoff ist sicher Holz. Auch heute haben verschiedene Hölzer im Modell- und Formenbau noch immer eine große Bedeutung. Aber künstliche Werkstoffe haben im Laufe der Zeit immer mehr natürliche Werkstoffe verdrängt. So wie auch immer mehr Kunststoffe für die verschiedenen Gießanwendungen entwickelt wurden, hat man parallel dazu auch immer mehr Werkstoffe entwickelt, die mit ihren speziell für die verschiedenen Anwendungen angepassten Eigenschaften ganz auf die Wünsche der Kunden hin maßgeschneidert wurden. Dabei reicht das Spektrum heute von sehr leichten Werkstoffen mit Raumgewichten von nur wenigen Kilogramm je Kubikmeter bis hin zu schweren Blockmaterialien mit Dichten von bis zu ca. 2 Tonnen, also der doppelten Dichte von Wasser. Leichte Modellbauwerkstoffe enthalten naturgemäß einen Großteil an Luft. Am weitesten verbreitet sind hierbei Polyurethanschäume und Polystyrol ©. Diese Werkstoffe werden allgemein als Platten und auch als großvolumige Blöcke verschiedener Dimension am Markt angeboten –bis hin zu Volumen von bis zu 10cbm. Schwere Modellbauwerkstoffe basieren zumeist auf Polyurethanen oder Epoxiden. Diese sind zudem mit verschiedenen Füllstoffen angereichert, um die hohe Dichte zu realisieren. Solche Werkstoffe werden allgemein als Platten vertrieben. Darüber hinaus sind letztlich auch Eisen und Stahl künstlich erzeugte Modell- und Formbauwerkstoffe. Wie bei den Gießharzen handelt es sich bei den Modellbauwerkstoffen auch um Reaktionsprodukte von wenigstens zwei Komponenten. Die durch Polymerisation entstehenden Werkstoffe werden während der flüssigen Phase in entsprechende Formen gefüllt und nach abgeschlossener Reaktion entformt. Da es sich prinzipiell um den selben Reaktionsmechanismus aus dem Bereich der organischen Chemie wie beim Handverguss handelt, sind für den Werkstoffhersteller auch die selben Aspekte zu beachten, wie sie der Modellbauer bei seinem Verguss vor Ort auch beachten muss. Die Reaktion ist exotherm und muss in der Reaktionszeit soweit gesteuert werden, dass es nicht zu Überhitzung im Kern kommt. Anders als beim Abformen von Ur- und Kopiermodellen ist der Schwund allerdings nicht so problematisch, da die Platten oder Blöcke nach der Fertigung noch rundum geplant und somit auf das bestimmte Format gebracht werden. Vorher werden die meisten Modellbauwerkstoffe aber noch einer Wärmebehandlung unterzogen (getempert). Dies soll späterem Verzug und Schüsselung vorbeugen. Durch die Auswahl der Komponenten lassen sich eine Vielzahl an verschiedenen Anforderungen erfüllen. So können Modellbauwerkstoffe beispielsweise recht hohen Temperaturen standhalten oder aber außerordentlich abriebfest sein. Solche Eigenschaften werden im Allgemeinen durch die Auswahl der geeigneten chemischen Rohstoffe gesteuert. Andere Werkstoffe zeichnen sich dagegen durch eine besondere Maßhaltigkeit und geringen Ausdehnungskoeffizienten aus. Diese Eigenschaften können sehr gut durch die richtige Auswahl der Füll- und Zuschlagstoffe eingestellt werden sowie durch den Füllgrad. Wichtig ist auch die Bearbeitbarkeit der verschiedenen Werkstoffe. Hier können durch die Wahl des Füllstoffs seitens des Herstellers schon große Unterschiede bestehen. So gibt es die Möglichkeit, geringe Raumgewichte durch Aufschäumen oder aber durch Zugabe von Leichtfüllstoffen zu erzeugen. Beide Verfahren haben unbestritten ihre Vorteile. Leichtfüllstoffe bestehen aber oftmals aus kleinsten Glashohlkörpern, die wiederum den Verschleiß von Werkzeugen forcieren. |