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Einführung Der Modell- und Formenbau für die Herstellung von Gusserzeugnissen ist ein Handwerk mit einer sehr langen Tradition. Schon in der Antike wurden Skulpturen aus Metallen, vorwiegend aus Kupfer und Bronze, gegossen. Später, im Mittelalter, stieg der Bedarf an Gießereierzeugnissen stark an. Es wurden beispielsweise große Mengen an Geschützen her- gestellt, wobei zu dieser Zeit noch keine Trennung zwischen dem Gießer und dem Modell- bzw. Formbauer bestand. Wesentliche Werkstoffe der antiken Modellbauer waren Wachs, Holz und Sand. Auch einfache Bindemittel für die Fertigung von Sandformen gab es zu dieser Zeit bereits in Form von „Gummi Arabicum“ und Eiweiß. Zusammengefasst hat der Gießereimodellbau eine etwa 5.000 jährige Geschichte. In der heutigen Zeit ist der industrielle Modellbau ein von der Gießereitechnik abgetrenntes und eigenständiges Handwerk. Natürlich besteht aber nach wie vor oft eine räumliche Nähe. Der Modell- und Formenbau basiert dabei zum einen auf den Holzberufen, weshalb man ihn in früheren Zeiten auch Modellschreiner nannte. Zum anderen ist Basis die Metallbearbeitung, was die ältere Bezeichnung Modellschlosser deutlich widerspiegelt. Der Modell- und Formenbau lässt sich heute in zwei Hauptgruppen unterteilen: den Produktionsmodellbau, der sich wiederum in eine Vielzahl von einzelnen Spezialgebieten unterteilt, und den Anschauungsmodellbau. Neben der rein manuellen Bearbeitung von Werkstoffen und dem Duplizieren von Urmodellen, ist die CNC-gesteuerte automatische Bearbeitung von Blockmaterialien heute weit verbreitet und praktisch Stand der Technik. Aber die Abformung von Modellen mit gießbaren Kunststoffen oder auch der Auftrag von Oberflächenharzen sind nach wie vor wichtige Techniken. Bei den zuvor genannten Techniken sind die sich daraus ergebenden Anforderungen durchaus deutlich unterschiedlich, was sich auch bei den verwendeten Kunststoff-Systemen widerspiegelt. So gibt es neben zahlreichen Pasten und Laminierharzen auch eine Vielzahl an Gießharzen und Abformmassen. Auch Modellbauwerkstoffe gibt es mit sehr unterschiedlichen Qualitäten und mit Raumgewichten von ca. 0,05 g/cm3 (Leichtschaumblöcke) bis etwa 1,7 g/cm3. Der Gießereimodellbau benötigt Kunststoffe, die z.T. in großen Volumen vergossen werden können. Hier ist im Wesentlichen eine hohe Druckfestigkeit gefragt. Für die verschiedenen Hilfseinrichtungen können die Anforderungen aber wiederum ganz anderer Art sein, beispielsweise kann hohe Schlagzähigkeit oder aber auch ein besonders geringer Schwund wichtig sein. Im Bereich der Fertigung von Kernkästen ist hingegen eine außerordentlich hohe Abriebfestigkeit an der Oberfläche gefragt. Zudem sollen die Kunststoffe besonders schlagfest sein. Auch die Verarbeitungszeiten unterscheiden sich erheblich. Bei der Herstellung von Karosseriemodellen gilt es, geeignete Kunststoffe für Klopfmodelle auszuwählen, und Laminierer legen besonderen Wert auf gute Benetzung von Fasern und wünschen hohe Festigkeiten in dünnen Schichten. All diese verschiedenen Anforderungen lassen sich natürlich nicht mit einem universellen Kunststoff erzielen. Aus diesem Grund gibt es zum einen Kunststoffe unterschiedlicher chemischer Basis und zudem in den einzelnen Gruppen auch deutlich unterschiedliche Qualitäten. Hier gilt es, immer eine ausgewogene Balance zwischen guten Eigenschaften und einem akzeptablen Preis zu erzielen. Grundsätzlich wird man für ein und dieselbe Anwendung immer mehrere Systeme finden, die zum Teil auch deutlich unterschiedliche Preise haben. Aber eben auch erhebliche Unterschiede in der Qualität, was sich oft erst am Endprodukt zeigt. |